Bundesweite ADM-Testungen in sicherheitsrelevanten Berufen

In sicherheitsrelevanten Bereichen (siehe unten) erfolgen zunehmend verdachtsunabhängige Untersuchungen auf Alkohol und Drogen in Form von Stichproben am Arbeitsplatz. Als forensisch akkreditiertes Labor führen wir bundesweit solche ADM-Testungen (Alkohol – Drogen – Medikamenten-Untersuchungen) am Arbeitsplatz durch.

Alkohol- und Drogenuntersuchungen in sicherheitsrelevanten Bereichen

  • Luftfahrzeugführer (Piloten und Copiloten), Flugbegleiter, Fluglotsen
  • Mitarbeiter im Personen- und Güterverkehr (LKW-Fahrer, Lokführer, Schiffskapitäne, Seelotsen)
  • Bei maschinen- und fahrzeugbedienenden Personengruppen
  • Mitarbeiter der Bau-Industrie und des Bergbaus
  • Sicherheitspersonal des Militärs, der Polizei und der privaten Schutz- und Wachdienste
  • Mitarbeiter der chemischen Industrie und von Ölraffinerien
  • Personal von Kernkraftwerken

Gesetzlich muss der Arbeitgeber im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht auf den Erhalt der Gesundheit seiner Mitarbeiter und die Arbeitssicherheit achten. Es liegt in seiner Verantwortung Fehler seiner Mitarbeiter z.B. infolge der Einnahme berauschender Substanzen, die zu einer Eigen- oder Fremdgefährdung führen können, möglichst zu vermeiden. Daneben ist zu beachten, dass bei einem Arbeitsunfall unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen eine Einschränkung des Versicherungsschutzes vorliegen kann.

Bei allen Fragen der Drogen- und Medikamententestung am Arbeitsplatz stehen aufklärende und präventive Maßnahmen als auch die Möglichkeiten der gesundheitlichen, beruflichen und sozialen Rehabilitation nach der Behandlung einer Suchtmittelabhängigkeit im Vordergrund.

Voraussetzung für ADM-Testungen sind Vereinbarungen mit der Personalvertretung in denen die Bedingungen unter welchen solche ADM-Testungen zulässig sind, genau festgelegt werden. Bei der Erstellung solcher Betriebsvereinbarungen können wir aufgrund unserer Erfahrungen bei ADM-Kontrollen bei der technischen Durchführung solcher Untersuchungen beratend tätig sein.

Am 13.04.2016 mit dem §4a des LuftVG eine Gesetzesänderung verabschiedet, wonach Piloten vor Dienstbeginn in Form von Stichproben auf Alkohol und andere psychoaktive Substanzen getestet werden müssen.

Mit diesem Gesetz sind bei Piloten Drogen- und Medikamententests am Arbeitsplatz nicht nur bei einem akuten Verdachtsfall (z.B. bei deutlichen Auffälligkeiten) erlaubt, sondern auch mit dem Ziel eine Aussage über eine kurzfristig zurückliegende Alkoholaufnahme bzw. Drogeneinnahme zu erhalten.

Welches Probenmaterial und welche Messverfahren werden eingesetzt?

Alkohol messen wir in der Atemluft mit zwei verschiedenen Verfahren. Bei einem positiven Test mit einem Screening-Gerät, welches z.B. von der Polizei im Straßenverkehr eingesetzt wird, erfolgt vor Ort eine zweite Atemalkoholmessung mit einem beweissicheren Verfahren, dessen Ergebnisse gerichtsverwertbar sind.

Drogen und Medikamente werden im Speichel mittels eines Screeningverfahrens vor Ort untersucht. Der Vorteil von Speichel ist, dass Verwechselungen und Manipulationen nahezu unmöglich sind. Die Entnahme ist für den Probanden stressfrei und für die entnehmende Person mit einem geringen Aufwand verbunden. Gemessen werden Cannabis, Cocain, Amphetamin, Methamphetamin, Opiate und Benzodiazepine.

Falls das Testgerät einen erhöhten Wert anzeigt, wird eine weitere Speichelprobe entnommen, die dann entsprechend forensisch-toxikologischen Bestimmungen mit einem Bestätigungsverfahren (LC-MS/MS) innerhalb von 1-2 Werktagen in unserem Labor analysiert wird. Eine weitere versiegelte Speichelprobe wird für eventuelle Nachuntersuchungen aufbewahrt.