Doping für´s Gehirn

Doping für´s Gehirn

Doping für´s Gehirn

Unter Neuroenhancement oder „Hirndoping“ versteht man Substanzen, die die geistige Leistungsfähigkeit steigern bzw. die Wachheit fördern sollen.

Laut Fehlzeiten-Report 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) ist in 2012 ein Trend zu einer erhöhten Einnahme von leistungssteigernden Mitteln zu erkennen gewesen. Bereits in 2008 legte das Wissenschaftsmagazin „Nature“ einen Bericht über die Verwendung von Neuroenhancern vor und sorgte damit für Diskussionen. Ein Jahr später griff ebenfalls die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) das Thema mit einem Bericht über „Doping am Arbeitsplatz“ auf. Dabei zeigte sich, dass 5 % der erwerbstätigen Deutschen zwischen 20 und 50 Jahren Hirndoping betreiben würden. Laut KOLIBRI-Studie des Robert-Koch-Institutes in 2010 verstärken hohe Wochenarbeitszeiten in Deutschland das Risiko zum Neuroenhancement. Am meisten dem Hirndoping zugeneigt seien Frauen zwischen 30 und 44 Jahren (3,7 %) sowie Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren (3,3 %), wobei Frauen tendenziell eher Antidepressiva, Männer eher Aufputschmittel einsetzen.
Der neue Gesundheitsreport der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom 21.11.2013, verzeichnet insgesamt einen Anstieg im Gebrauch von Antidepressiva in Deutschland zwischen 2007 und 2011 um 46 %. Diese Schätzung beruht einerseits auf einer wachsenden Zahl von Hilfesuchenden in psychotherapeutischer Behandlung, andererseits auf die vermehrte Verschreibung dieser Präparate durch Ärzte.

Derzeit handelt es sich (noch) um einen geringen Anteil an Menschen, die auf Neuroenhancement zurückgreifen, mit Präventionsmaßnahmen wie einer entsprechenden Aufklärung kann diesem Trend jedoch entgegengewirkt werden.

© Labor Krone GbR