Halluzinationen durch neue psychoaktive Substanzen (NPS)

Halluzinationen durch neue psychoaktive Substanzen (NPS)

Halluzinationen durch neue psychoaktive Substanzen (NPS)

Halluzinationen sind Wahrnehmungen ohne entsprechende Außenreize, wie das Sehen von Objekten ohne äußere visuelle Reize oder das Hören von Stimmen, ohne dass jemand spricht. Eine Halluzination hat Realitätscharakter, d.h. sie kann von der betroffenen Person nicht von der Realität unterschieden werden. Der Betroffene lebt in einer eigenen Vorstellungswelt und ist keinerlei Argumenten zugänglich.

Zunehmend wird über Halluzinationen durch neue psychoaktive Substanzen (NPS), berichtet. Die Zahl dieser Designerdrogen, die unter anderem als „Legal Highs“ bezeichnet werden, nimmt rapide zu. Nach Angaben der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) stieg die Zahl der Beschlagnahmungen von NPS in Europa zwischen 2008 und 2013 um das 7-fache. Mittlerweile sind 450 neue psychoaktive Substanzen (NPS) bekannt, davon kamen in 2014 101 neu dazu.

Viele dieser Substanzen werden als Ersatz für MDMA (Ecstasy), Amphetamin, Methamphetamin und Cocain konsumiert. Es liegen Berichte über Halluzinationen nach Einnahme von JWH-018, JWH-081, JWH-112, JWH-250, JWH-210 oder AM-694 vor (1).

Eine Psychose ist eine schwere psychische Erkrankung, bei welcher der Erkrankte nicht klar zwischen Realität und Wahnvorstellung bzw. Sinnestäuschung unterscheiden kann. Halluzinationen können Ausdruck einer Psychose sein. Psychosen sind selten nach regelmäßigem Konsum von Cannabis beschrieben worden (2, 3). In den letzten Jahren werden Psychosen jedoch zunehmend mit den Konsum synthetischer Cannabinoide in Verbindung gebracht z.B. von JHW-018 (4). Die Risiken einer drogeninduzierten Psychose scheinen deutlich höher als bei einem Konsum von Cannabis zu sein.

Dass ein anhaltender Missbrauch von Cocain, MDMA (Ecstasy), Amphetamin, Methamphetamin (Crystal Meth), LSD, Phencyclidin (PCP) oder Diphenylhydramin optische und z.T. akustische Halluzinationen und andere Wahrnehmungsstörungen hervorrufen kann, ist seit vielen Jahren bekannt.

Parallel zu der beunruhigenden Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe ist der analytische Nachweis dieser Substanzen durch einen bemerkenswerten Fortschritt gekennzeichnet. So stehen heute moderne Analysengeräte zur Verfügung, mit denen sehr empfindlich und genau die neuen Drogenschöpfungen nachgewiesen werden können.

Das Labor Krone stellt sich dieser Herausforderung und hat Methoden für den Nachweis von synthetischen Cannabinoiden im Urin, Serum, Speichel und Haar etabliert. Daneben werden kontinuierlich neue Messverfahren für den Nachweis neuer Designerdrogen, darunter synthetische Amphetamine, Cathinone (sog. Badesalze), Benzylpiperazine, Mephedrone, Ketamine, Tryptamine, Benzofurane und  synthetische Cannabinoid-Rezeptor-Antagonisten u.a. entwickelt.

Bei der hohen Verantwortung vieler Berufe in sicherheitsrelevanten Bereichen (Piloten, Kapitänen, Busfahrer u.a.) kann einer Diskussion hinsichtlich der Überprüfung der Einnahme psychoaktiver Substanzen nicht länger ausgewichen werden. Die Risiken sind unverkennbar. Die technischen Möglichkeiten der Überprüfung sind vorhanden. Die Indikation für den Nachweis einer bestimmten Substanz und die Auswahl des geeigneten Untersuchungsmaterials (z.B. Speichel) für ein Drogen-Screening hängen von der jeweiligen Fragestellung ab.

1.    Gurney SMR et al. Forensic Science Review, Vol. 26, Jan 2014
2.    Henquet C et al. BMJ 330:11; 2005
3.    D´Souza D et a. Eur Arch Psy Clin N 259 : 413 ; 2009
4.    Every-Palmer S. Drug Alcohol Depen 117 : 152 ; 2011
 

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