Neue Auflage der Beurteilungskriterien ab Mai 2014 gültig (MPU)

Sicherer Abstinenznachweis ab dem ersten Tag

Neue Auflage der Beurteilungskriterien ab Mai 2014 gültig (MPU)

Seit dem 01. Mai 2014 ist die 3. Auflage der „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung – Beurteilungskriterien“ in Kraft getreten. Herausgeber sind die Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) und die Deutsche Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM).

Vor dem 01. Mai 2014 begonnene Abstinenzverträge können entsprechend der 2. Auflage beendet werden.

Viele Neuerungen betreffen die sogenannten CTU-Kriterien (Chemisch Toxikologische Untersuchung). Insbesondere hinsichtlich der Verwertbarkeit von Haaranalysen. Die maximal zu untersuchende Haarlänge für Drogen wurde von proximalen 12 cm auf 6 cm reduziert. Die für Ethylglucuronid (EtG) bleibt bei 3 cm bestehen.

Zudem werden zukünftig gebleichte Haare generell nicht mehr im Rahmen der MPU akzeptiert. Kolorierte Haare (Färbung/Tönung) werden bei Drogenanalysen – EtG ausgenommen – akzeptiert, wenn eine zusätzliche Urinabgabe für die letzten 6 Monate oder alternativ eine ergänzende Analyse von 6 cm unbehandeltem Haar stattfindet.

Körperhaare können im Rahmen der MPU verwendet werden, jedoch nicht abschnittsweise. Zudem ist für den Nachweis von Ethylglucuronid die Verwendung von Achselhaaren unzulässig.

Die Durchführung eines MPU-Abstinenzprogrammes bzw. die Probenentnahme erfolgt verantwortlich durch einen:
-    Rechtsmediziner,
-    Arzt an einer Fahreignungsbegutachtungsstelle (z.B. TÜV, DEKRA etc.),
-    Arzt/Toxikologen in einem forensisch akkreditierten Labor,
-    Arzt eines Gesundheitsamtes, der eine hierfür erforderliche Qualifikation besitzt,
-    Arzt des öffentlichen Dienstes, der eine hierfür erforderliche Qualifikation besitzt.

Das Programm kann zudem von einem in § 11 (2) FeV genannten Arzt (Arzt für Verkehrsmedizin, Arzt für Arbeitsmedizin, Arzt für Betriebsmedizin) verantwortlich durchgeführt werden, der seine spezifische Qualifikation für forensische Abstinenzkontrollen durch einschlägige Weiterbildung, ein dokumentiertes und regelmäßig überprüftes System zur Qualitätssicherung sowie entsprechenden Fortbildungen bzgl. Probenahme und Drogenanalytik für forensische Zwecke darlegen kann.

Nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) kann die notwendige Qualifikation durch eine erfolgreiche Teilnahme an einem Fortbildungsseminar nach dem Curriculum der DGVM gemäß CTU 2 zur 3. Auflage „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung – Beurteilungskriterien“ nachgewiesen werden.

Laut Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) mit Inkrafttreten vom 01. Mai 2014 handelt es sich bei der spezifischen Qualifikation für die in § 11 (2) FeV genannten Ärzte jedoch um eine Fachempfehlung der DGVM - nicht um einen notwendigen Nachweis.

Die Probenahme kann neben den oben genannten Ärzten und Toxikologen auch durch jeden Arzt oder Toxikologen, der sich durch eine spezifische Weiterbildung qualifiziert hat, vorgenommen werden.

Nach dem Erstkontakt mit dem qualifizierten Arzt oder Toxikologen, können die weiteren Probenahmen (Urin- und Haarproben) durch eingewiesenes Personal z.B. Arzthelfer(in), MTA, CTA, BTA durchgeführt werden. Im Qualitätsmanagement-System der Probenahmestelle müssen die Einarbeitung der Mitarbeiter und die Autorisation dokumentiert sein.

Jede durchführende Stelle hat zum Ende eines Abstinenzprogrammes einen Abschlussbericht anzufertigen. Dazu wurden in der 3. Auflage weitere Inhalte festgehalten, wie z.B. die Rahmenbedingungen des Programmes, Fehlzeiten, Angaben zu den Methoden mit den jeweiligen Analyten und entsprechenden Cut-off-Werten.

Die o.g. Zusammenfassung gibt lediglich einen ersten Eindruck der neuen Beurteilungskriterien wieder und ersetzt nicht die genaue Kenntnisnahme.

Als forensisch akkreditiertes Labor bieten wir zudem in Kooperation mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe Fortbildungsseminare für Ärztinnen und Ärzte nach dem Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin gemäß CTU 2 zur 3. Auflage der Beurteilungskriterien an.

Wenn Sie als Arzt oder Toxikologe lediglich Probenahmen (Urin und Haar) für MPU ohne Durchführung des Abstinenzprogrammes vornehmen möchten, müssen Sie sich im QM-System eines Programmdurchführenden auflisten lassen.

Da unser Labor weiterhin Abstinenzprogramme im Rahmen der MPU durchführt, können Sie sich und Ihre Mitarbeiter ebenfalls als Unterauftragnehmer beim Labor Krone eintragen lassen. Voraussetzung ist, dass Sie uns eine Weiterbildungsbescheinigung nach dem Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin gemäß CTU-Kriterium 2 zur 3. Auflage der Beurteilungskriterien zukommen lassen.

 

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